Datum

Zeit

Mittwoch, 4. November 2020

09:00 Uhr

Interdisziplinäre Diskussionsrunde zum Thema

«Angeordnete Therapie als Allheilmittel?»

Ort

Hotel Schweizerhof Luzern

Beitrag inkl. Mittagessen & Tagungsband

CHF 335.—

Bisweilen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche stationäre Massnahmen nach Art. 59 StGB vor allem deshalb angeordnet werden, weil sie einerseits verhindern, dass Straftäter sich nach einer bestimmten Zeit wieder auf freiem Fuss bewegen; gleichzeitig stellen sie aber auch keine Verwahrung ohne Hoffnung auf Entlassung dar. Dies wirkt in vielen Konstellationen fragwürdig. An der diesjährigen Diskussion des Forums Justiz & Psychiatrie wird deshalb den Möglichkeiten und den Grenzen sinnvoller Therapie im strafrechtlichen Kontext aus juristischer und insbesondere auch psychiatrischer Sicht nachgegangen. Damit soll ein Beitrag zur Vermessung dieses praktisch äusserst relevanten Themas geleistet werden.

 

Daneben soll darauf eingegangen werden, dass im Vollzug auch ungeachtet einer gerichtlichen Anordnung einer gesetzlichen Massnahme auf freiwilliger Basis Therapien durchgeführt werden. Dieses Phänomen wurde bisher kaum thematisiert, wirft aber juristische und therapeutische Fragen auf.

 

Überdies wird in Lehre und Rechtsprechung kaum näher auf ambulante Massnahmen eingegangen. Auch in Gutachten findet dieses Thema sehr oft nicht die gebührende Beachtung. Realistische Möglichkeiten im Vollzug sind ebenso wie die grundsätzliche Frage der Abgrenzung von (vollzugsbegleitenden) ambulanten Behandlungen und stationären Massnahmen weitgehend ungeklärt.

An unserer Tagung soll schliesslich der Frage nachgegangen werden, wann Massnahmen gegenüber jungen Erwachsenen indiziert sind. In der Praxis zeigt sich deutlich, dass diese an Bedeutung verlieren. Es fragt sich, was die Gründe für die rückläufige Entwicklung dieser Massnahme sind.

Möglichkeiten und Grenzen sinnvoller Therapie

 

Zeit

09:30

Eröffnung der Tagung

Grundsätzliches

Zeit

09:35

Marianne Heer 

Die juristische Bedeutung der Therapie im Massnahmenrecht, ein Überblick über Theorie und Praxis.

Abgrenzungsfragen gegenüber Massnahmen gemäss Art. 59 StGB

Zeit

10:00

Christoph Sidler

Deliktpräventive Behandlung ohne psychische Störung: Vollzugsrealität und Best Practice

Zeit

10:30

Kaffeepause

Zeit

11:00

Thierry Urwyler

Ambulante Massnahme: Verlegenheitslösung oder sinnvolles Präventionsinstrument?

Zeit

11:30

Tamás Czuczor

Ambulante versus stationäre Massnahmen Differentialindikation und Umsetzbarkeit vollzugbegleitender Behandlungen

Diskussion

Zeit

12:15

Mittagspause

Zeit

13:45

Lukas Bürge

Abgrenzung zwischen Massnahmen gemäss Art. 61 und Art. 59 StGB – zugleich ein Plädoyer für besondere Massnahmen gegenüber jungen Erwachsenen

Therapie aus psychiatrischer Sicht

Zeit

14:15

Elmar Habermeyer

Behandelbarkeit von Persönlichkeitsstörungen: Sachstand und Perspektiven

Diskussion

Zeit

14:45

Andreas Hill

Behandelbarkeit von Sexualdelinquenten: Was lässt sich bei wem wie erreichen?

Zeit

15:15

Dieter Seifert

Der Verlauf nach stationär-psychiatrischen Behandlungen

 

Diskussion

Zeit

16:00

Schluss der Tagung mit anschliessendem Apéro

Programm

Fachtagung

Zeit

09:00

Eintreffen

 

Dr. iur. Lukas Bürge

Rechtsanwalt, Fachanwalt SAV Strafrecht, LL.M. et dipl. publ.

Anwaltskanzlei Bürge & Janggen, Bern

Dr. med. Tamás Czuczor

Forensischer Psychiater und Psychotherapeut FMH Chefarzt Therapie 

Forensisch-Psychiatrischer Dienst, Universität Bern 

Prof. Dr med. Elmar Habermeyer

Direktor Klinik für Forensische Psychiatrie

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich 

Prof. Dr. iur. Marianne Heer

Kantonsrichterin

Kantonsgericht Luzern

 

Lehrbeauftragte

Universität Freiburg, Universität Bern

Priv. Doz. Dr. med. Andreas Hill

Leitender Arzt

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

Prof. Dr. med. Dieter Seifert

Ärztlicher Direktor

Fachklinik für Forensische Psychiatrie, Münster (D)

lic. iur. Christoph Sidler

Leitung Vollzug 3

Bewährungs- und Vollzugsdienste Zürich

Dr. iur. Thierry Urwyler

Akademischer Mitarbeiter

Justizvollzug & Wiedereingliederung Zürich

Lehrbeauftragter

Universität Luzern

Referenten

 
 

Tagungsleitung 

Marianne Heer

Prof. Dr. iur.

Kantonsrichterin Luzern

Lehrbeauftragte an den Universitäten 
Freiburg und Bern

Elmar Habermeyer

Prof. Dr. med.

Direktor Klinik für Forensische Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich 

Stephan Bernard

Rechtsanwalt, lic. iur., LL.M.

Fachanwalt Strafrecht SAV

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